1.e4 c6 2.d4 d4 3.exd5 cxd5 4.Ld3 Sc6 5.c3 Sf6 6.Lf4 Lg4 7.Db3 Dc8 8.Sd2 e6 9.Sgf3 Le7 (Diagramm)

So weit, so gut. Hier erwartet man jetzt 10.0-0, stattdessen spielte der junge Engländer 10.Kf1?! So was habe ich noch nicht gesehen. Nach 10.- Lh5 11.Tae1 erahnt man die weiße Idee, mit h4 einen Angriff zu inszenieren (der Th1 soll hier unterstützend wirken). Das Ganze wirkt aber sehr artifiziell und ist nicht von Erfolg gekrönt. In der Partie verlegte Schwarz folgerichtig seine Aktionen auf den Damenflügel und kam zu einem mühelosen Sieg. In der Diagrammstellung unten gab Weiß am Zug auf.
Sichtlich angefressen meinte der Ukrainer, es sei "ein Zeichen des Schicksals", dass er gegen einen schwächeren Gegner verlor. Das Schicksal sage ihm, "er solle mit Schach aufhören, es sei nicht sein Ding". Er habe nun keine ernsthaften Pläne und professionellen Ziele mehr. (Quelle: ugra-chess.ru)Obwohl man die Äußerungen Ivanchuks durchaus ernst nehmen sollte, entspringen sie doch eher der Enttäuschung des frühen Ausscheidens. Man kann davon ausgehen, dass er weitermachen wird - schon aus dem Grund, dass er sein Leben lang nichts anderes getan hat. Er atmet Schach.
