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Donnerstag, 7. Januar 2010

Endspieltaktik

Endspiele gelten unter den meisten Spielern als wenig attraktiv, da langwieriges Manövrieren wenig Raum für Kreativität lässt. Im Vorteil sind Spieler, die Erfahrung in der Endspielstrategie haben und die auch keine Skrupel zeigen, die Partie bis zum Ende auszusitzen. Dennoch gibt es auch in Endspielen taktische Möglichkeiten, wenn die Parteien allzu sorglos spielen.

Der englische Großmeister John Nunn, der ein ganzes Buch über taktische Endspiele verfasst hat, schreibt: "Es ist überraschend, wie oft der ruhige positionelle Verlauf eines Endspiels durch eine unerwartete taktische Wendung unterbrochen wird. Zahlreiche praktische Beispiele [...] machen deutlich, dass in dieser Partiephase Chancen ausgelassen werden, weil die Spieler keine taktischen Möglichkeiten vermuten und folglich nicht danach Ausschau halten."[1]

In der folgenden Studie von Henryk van Duben (1907) helfen Weiß strategische Erwägungen nicht weiter, da der schwarze Bauer b2 auf herkömmlichem Weg nicht mehr zu stoppen ist. Hier hilft nur noch eine taktische Wendung, die tatsächlich möglich ist. Wie hält Weiß am Zug das Remis?


Lösung: 1.Sb5+! cxb5+ (1.- b1-D 2.Sc3+) 2.Ka4 b1-D/T patt

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[1] Nunn, John: Tactical Chess Endings.

Montag, 14. September 2009

Tactics (18)

Position from the game Wesely - Antosch (CSSR 1968) [1] with White to move. Keep in mind that the pure stoppage of the black a-pawn with the knight does lead to nowhere because White cannot win the black g-pawn.



Solution (diff ●●●○○): 1.Kf7! a4 2.Ng6+! Kh7 3.Ne5! a3 (3.- Kh8? 4.g6 a3 5.Kf8 and 6.Nf7# to follow) 4.g6+ Kh6 (4.- Kh8 leads to thre line mentioned before) 5.Ng4+! Kg5 6.Ne3 a2 7.Nc2 1-0 (after 7.- Kh6 White wins the g-pawn with 8.Na1)
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[1] I did not find the game in the database. Quoted from the book "Tactical Chess Endings" by John Nunn.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Loose pieces

Die nachfolgende Stellung ist relativ unspektakulär. Schwarz hat einfach einen Mehrbauern in Ivanchuk-Shirov (Sofia 2009). Interessant ist jedoch, wie Shirov die Sache auflöst. Er spielte hier einfach 22.- d4! Ivanchuk nahm den Bauern, obwohl der vergiftet ist. 23.Sxd4? Db6! 24.Tfd1 Td5 (alle anderen Turmzüge, die eine Verdoppelung der Türme auf der d-Linie zur Folge haben, gehen auch).



Technisch gesehen scheitert die weiße Stellung an der "loose" stehenden Dame auf e3 (John Nunn: "Loose pieces drop off", "Ungedeckte Figuren fallen vom Brett"). Stünde der weiße Bauer auf f2 und nicht f3 (somit die Dame gedeckt), wäre Sxd4 korrekt gewesen.

Nach 24.- Td5 gab Ivanchuk auf, da der Springer verloren geht. Es bleibt ein Rätsel, was er sich bei dieser Partie gedacht hat.

Freitag, 13. Februar 2009

Two loose pieces drop off


There was a nice example of John Nunn's dictum "loose pieces drop off" yesterday in the German Championship. As you can see in the diagram with White to move there are both black rooks being "loose" (= not protected). A nice chance for White to search for some smart move. This happened with 25.Qd3! and White forked both rooks. Black resigned in Buhmann - Meier (Saarbrucken 2009).